Datenjournalismus beim #DNP13

 

 
Am zweiten Tag gab es beim #DNP13 neben Berichten über die Überwachung durch die NSA oder Netzfeminismus auch einen Schwerpunkt zum Thema Datenjournalismus.

Diese relativ neue Art der Berichterstattung wird von immer mehr Medien eingesetzt, um Statistiken und Fakten zu veranschaulichen. In Zusammenarbeit mit www.hackshackers.at und mit Unterstützung der Open News Foundation wurde mehrere Programmpunkte zu diesem Themenbereich gestaltet.

Über die Herausforderungen und Chancen, die JournalistInnen und anderen AnwenderInnen dabei begegenen, ging es bei der Diskussion am Vormittag. Jakob Gasser befragte dazu Marion Breitschopf (www.meineAbgeordneten.at / www.okfn.at), Florian Gossy (www.derStandard.at / www.hackshackers.at) und Paul Pölzlbauer (www.dossier.at) zu ihrem Zugang zu Datenjournalismus, woher die benötigte Expertise kommen soll und ob und wie diese arbeitsintensive Art der Reportage finanzierbar ist.

Konsens herrschte bei den DiskutantInnen darüber, dass es nicht nur um die schöne Aufbereitung geht sondern auch um die Qualität der dahinterstehenden Daten. Denn nur wenn der Inhalt stimmt, kann die schöne Verpackung überzeugen.

Im Anschluss daran gab es einen Datenjournalismus Crashkurs für Neueinsteiger von Markus Hametner (www.onon.at / www.hackshackers.at), bei dem die wichtigsten Elemente des Datenjournalismus vorgestellt wurden. Hametner betonte vor allem, dass es oft nicht einfach ist, an wichtige Daten österreichischer Behörden oder Gemeinden zu kommen, da Anfragen oft mit dem Hinweis auf das Amtsgeheimnis abgewiesen werden.

Auch die Aufbereitung kann bei heterogenen oder fehlerhaften Daten sehr viel Zeit und Mühe kosten. Abhilfe schaffen hier nur diverse Software Tools und Ausdauer bei der Aufbereitung.

Für die Präsentation der fertig aufbereiteten Daten können Datenjournalisten ebenfalls auf unterschiedlichste Software zurückgreifen. Die Wahl der Präsentationsform hängt dabei sehr stark von der Art der aufbereiteten Daten ab. So werden Daten mit Ortsbezug idealerweise auf einer dynamischen Landkarte angezeigt, während sich für Zeitabläufe eine Darstellung in Timelines anbietet.

Nach einer kurzen Mittagspause wurde dann beim Demokratie Hack Day das zuvor Gehörte in die Tat umgesetzt. Eine Gruppe von zwölf "Hacks" und "Hackers" widmete sich am Nachmittag knapp fünf Stunden den Daten des Parlaments und im Besonderen der ParlamentarierInnen.


 

Hier eine kurze Zusammenfassung von Markus Hametner, dem Leiter des Hack Days:

"Beim Demokratie Hack Day am #DNP13 waren neben einigen erfahrenen TeilnehmerInnen auch viele interessierte Neuzugänge dabei. Sie alle kamen mit dem Suchen, Finden und Scrapen von Daten auf der Parlaments-Website in Berührung und befassten sich mit den Eigenheiten des österreichischen Parlaments (wie den kaum vorhandenen namentlichen Abstimmungen).

Die Datenbank von www.MeineAbgeordneten.at mit den gesammelten Daten über die ParlamentarierInnen stand zur Verfügung und brachte Einsicht in die Zuordnung von Abgeordneten zu Ausschüssen, mit denen der Frauenanteil bei den Führungspositionen ermittelt wurde.

Ergebnis:
Es ist in etwa gleich wie das Verhältnis der Mitglieder des Parlaments. Auch bei den StellvertreterInnen gab es die gleiche Geschlechteraufteilung. Eine weitere Erkenntnis: Der häufigste Titel im Parlament ist Magistra, mit 21 Trägerinnen, gefolgt von Magister mit 15.

Weiters wurden Scraper für die RednerInnen und Redezeiten sowie für die Tagesordnungen und Anträge der Sitzungen erstellt. So konnte die kürzeste Redezeit in den letzten 15 Sitzungen ermittelt werden: 5 Sekunden.

Es wurden noch viele weitere interessante Daten gesammelt, deren weitere Analyse und Präsentation musste allerdings aus Zeitgründen auf den nächsten Hack Day verschoben werden. Alle Informationen dazu und Anleitungen zum selbst Hacken, Scrapen und Aufbereiten sind auf www.hackshackers.at zu finden."

Das #DNP13-Team freut sich, dass es einen geeigneten Rahmen für die Beschäftigung mit dieser neuen und spannenden Materie bieten konnte und dass der Hack Day auf so viel Interesse bei den BesucherInnen gestoßen ist. Wir hoffen, auch beim #DNP14 wieder entsprechende Programmpunkte anbieten zu können.

Bild: Martin Skopal (CC BY-SA 2.0)